Präventionsarbeit

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Aktionstage zum Thema Teenagerschwangerschaften:

mit dem Theater Q-Rage ausLudwigsburg
Theaterstück „MARIA - ein Theater um die Liebe"

Sexualpädagogische Arbeit

Die sexuelle Entwicklung eines Menschen ist ein lebenslang fortschreitender und vielschichtiger Prozess. Deshalb sind eine ganzheitliche Betrachtung und ein ganzheitliches sexualpädagogisches Angebot wichtig. Besonders Kinder und Jugendliche brauchen auch außerhalb des Elternhauses AnsprechpartnerInnen die sie in ihrer Identitätsfindung begleiten und stärken können.

Der Umgang mit Fragen zu Liebe, Freundschaft, Partnerschaft und Sexualität ist deshalb wichtiger Teil der Arbeit von donum vitae.

Im Folgenden finden Sie unser Präventionskonzept für den Landkreis Freudenstadt.

P r ä v e n t i o n s k o n z e p t
der Schwangerschaftsberatungsstelle donum vitae
für den Landkreis Freudenstadt
(Stand: Juli 2012)



1. Warum sexualpädagogische Arbeit – Zielsetzung

Jugendliche erleben mit Beginn der Pubertät große Umbrüche in ihrem körperlichen
und seelischen Empfinden. Diese Veränderungen werden von Jungen und Mädchen unterschiedlich wahrgenommen.

Hierbei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle:

  • einerseits Freude über äußerlich erkennbare körperliche Entwicklungen
    und zugleich Unsicherheit darüber, was ist „normal“
  • Empfinden sexueller Lust
  • bei Mädchen: Fragen rund um die Monatsblutung
  • bei Jungen: Fragen zum erster Samenerguss, Penisgröße
  • Wünsche nach Privatsphäre und Intimität, Geborgenheit sowie Offenheit
  • Die verschiedensten Wertvorstellungen und Erwartungen die auf die Jugendlichen einströmen, wie Prägung durch das Elternhaus, Freundeskreis, Schule und Medien sind oft kontrovers.

Sexualpädagogische Arbeit will unterstützend sein bei:

  • der Entwicklung eines positiven Körpergefühls und dem positiven Umgang mit der eigenen Sexualität
  • der Reifung eigener Wertvorstellungen, unter Berücksichtigung des
  • gesellschaftlichen Wandels der Jugendkultur
  • der Persönlichkeitsbildung
  • der Findung eigenverantwortlicher Entscheidungen
  • dem Kennenlernen gängiger Verhütungsmittel zur Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften
  • der Aufklärung zur Verhinderung sexuell übertragbarer Krankheiten
  • beim Umgang mit Sexualität in den verschiedenen Medien

Zu unserem pädagogischen Konzept gehört es, dass aktuelle Fragen und Themen der Jugendlichen im Workshop aufgegriffen werden, wobei die Jugendlichen selbst die Intensität und auch die Grenzen bestimmen.
Pädagogische Fachkräfte von außen können eine andere Position gegenüber den Jugendlichen einnehmen.
In den Workshops entsteht eine Atmosphäre, in der sich die Jugendlichen trauen sensible Fragen zu stellen ohne sich bloßgestellt zu fühlen.
Wir arbeiten je nach Thema und Gruppe gemeinsam mit Mädchen und Jungen oder in
geschlechtshomogenen Gruppen.

2. Umsetzung

Zielgruppe:
In erster Linie richten sich unsere Module an Jugendliche aller Schularten ab der Klassenstufe 7.
Wir führen aber auch Workshops an Grundschulen und im außerschulischen Bereich durch.

Wir bieten:

  • Sexualpädagogische Angebote – in der Regel ab zwei Unterrichtseinheiten
  • Projekt- bzw. Aktionstage
  • Unterstützung bei schulischen Projektarbeiten


Nach Absprache gehen wir in die jeweiligen Einrichtungen oder bieten Workshops in den Räumen unserer Beratungsstellen an.

3. Inhalte:

Folgende inhaltlichen Themen greifen wir in den entsprechenden Modulen auf
(Die erforderliche Zeit ist in Unterrichtseinheiten angegeben, 1 UE entspricht 45 Minuten)

Modul 1: Körper und Verhütung (2 UE)
Durch spannende Einblicke in das „Wunderwerk“ Körper leiten wir sensibel zum Thema Verhütung über.

Modul 2: Verliebt sein und Verhütung (2 UE)
Eines der wichtigsten Themen von Jugendlichen, das „Verliebt sein“ wird mit einer Mitmach-Methode angesprochen, um dann zum Thema Verhütung überzuleiten.

Modul 3: Grenzen wahrnehmen – Grenzen setzen (2 UE)
Mit unterschiedlichen Methoden möchten wir die Jugendlichen sensibilisieren, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und die der anderen wahrzunehmen und zu respektieren.

Modul 4: Informationen über die Schwangerschaftsberatungsstelle… (1 UE)
… und ihre vielfältigen Beratungsbereiche

Modul 5: Schwangerschaftsabbruch (2 UE)
Die rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte kennenlernen sowie die momentane eigene Haltung finden und mit anderen besprechen, Präventionsmöglichkeiten um einen Schwangerschaftskonflikt zu vermeiden.

Modul 6: Schülerinterview (2 UE)
Schülerinnen und Schüler bereiten ein Interview vor und schicken es vor dem Workshop an die Beratungsstelle. Auf die Fragen, die anonym gestellt werden können, wird dann im Workshop eingegangen.

Modul 7: Pubertät, was verändert sich (für die Klassen 4 bis 6) (2 UE)
Ergänzend zum Lehrplanthema „Körperliche Veränderungen in der Pubertät“, möchten wir auch die seelische Veränderungen thematisieren, die Auswirkungen auf der Gefühlsebene ansprechen.